News

Resümee 2018

Dieses Jahr beinhaltete einige Neuerungen und Weiterentwicklungen für mich. Nach meiner kurzen Auszeit 2017, startete ich Anfang des Jahres, mit der sehr hilfreichen Begleitung meiner Kollegin Elisabeth Kickinger, in meine ersten alleinigen Hausgeburtserfahrungen. Nach vielen begeleiteten Geburten im Krankenhaus war das doch neues Terrain für mich. Ich bin dankbar für jede Erfahrung die ich dabei machen durfte: die wunderschönen Geburten, die manchmal schwierigen Entscheidungen, die wertschätzende Zusammenarbeit mit den Kolleginnen und Ärztinnen/Ärzten im Krankenhaus uvm.

Das Unterrichten an der FH hat mir auch in diesem Jahr viel Freude bereitet! Junge, motivierte, wissbegierige, zukünftige Kolleginnen mit auszubilden ist einerseits fordernd, andererseits eine große Ehre. Zudem bin ich heuer als Vertretung der externen Lehrbeauftragten in das Studiengangskollegium gewählt worden und bin neugierig auf diese Zusammenarbeit.

2018 war auch das Jahr der Dokumentation: die DSGVO hat einige Veränderungen im Berufsalltag mit sich gebracht und zusätzlich bin ich auf papierlose Dokumentation umgestiegen – ein großer Schritt für mich, da ich meine handschriftlichen Notizen und meinen altmodischen Terminkalender liebe! 🙂

Für 2019 habe ich schon einiges geplant, vieles wird mich aber vermutlich wieder ungeplant überraschen! So habe ich beschlossen, selber noch ein Studium zu absolvieren und starte ab Februar mit dem Masterstudium „Salutophysiologie für Hebammen“. Zukünftig bin ich auch Netzwerkpartnerin der Initiative „BirthDay“. Hier haben sich Fachpersonen aus verschiedenen Bereichen mit speziellen Zusatzqualifikationen mit dem Ziel vereint, eine individuelle und ganzheitliche Begleitung rund um die Geburt zu gewährleisten. Ich freue mich sehr, Teil dieses langjährigen, bewährten Teams zu sein!

 

Abschließend möchte ich mich sehr herzlich bei allen Familien bedanken, die mir Ihr Vertrauen geschenkt haben und wünsche ein gutes, zufriedenes, gesundes Neues Jahr!

EU-Datenschutz-Grundverordnung

Ab 25. Mai 2018 tritt die EU-Datenschutz-Grundverordnung in Kraft.

Messenger wie beispielsweise WhatsApp sind für die Firmenkommunikation verboten. Es kann nicht sichergestellt werden, wie und wo die übertragenen Daten gespeichert werden. Des Weiteren greift WhatsApp beispielsweise auf das gesamte Adressbuch des Benutzers zu und lädt dieses auf US-amerikanische Server. Somit ist selbt die Installation von WhatsApp bereits nicht mehr mit der DSGVO vereinbar. Deshalb bin ich ab sofort nicht mehr über WhatsApp erreichbar. Ich bitte um Kontakt über e-mail, SMS oder Anruf.

Foto: www.wko.at

Urlaub 2018

Ich bin von 14. April 2018 bis 13. Mai 2018 im Urlaub. Ich werde e-mails je nach Netzabdeckung sporadisch beantworten. Telefonisch, per SMS oder WhatsApp bin ich nicht erreichbar. Die Mobilbox höre ich im Anschluß ab. Bitte wenden Sie sich an eine Kollegin unter www.hebammen.at, an einen Facharzt oder das nächste Krankenhaus.

SIM Characters Training

Zwei Tage lang habe ich mich am Mondsee mit Sim Characters und meiner Kollegin Elisabeth Kickinger fortgebildet. Inhalt war Medical Team Training, Simulationsübungen für Reanimation des Neugeborenen und Geburtshilfliche Notfälle. Da diese Ereignisse so selten sind, und in der außerklinischen Geburtshilfe noch seltener, muss man diese Abläufe immer wieder trainieren und sich auf den neuesten Stand der Erkenntnisse bringen. Die Referenten und Trainer sind so gut, dass ich mich – trotz des ernsten Themas – schon jetzt auf die nächste Gelegenheit freue, mit ihnen zu trainieren. Hier wird keine Show gemacht oder Theater gespielt. Die Situationen sind so realistisch dargestellt – schlechte Herztöne, Krampfanfälle, Blutungen u.ä., dass man selbst durch die Live-Videoübertragung in den Nebenraum, als nicht von der Situation betroffene Hebamme, noch Herzklopfen bekommt und die Handlungsalgorhythmen im Kopf durchgeht. So sieht effektives Notfalltraining aus. Vielen Dank an die Unterstützung durch Milupa, welche die Finanzierung dieses Trainings möglich macht.

Organisation „Frauen unternehmen was“

Eine untypische Fortbildung, die mir unglaublich viel Spass gemacht hat! Ich habe mich zwei Tage lang mit einigen anderen Unternehmerinnen mit Steuern, Abgaben und Beiträgen beschäftig. Außerdem meine Dienstleistung kalkuliert und mich mit Frauen aus den verschiedensten Branchen vernetzt. Dank einer hervorragenden Organisation und einer kompetetenten Vortragenden war die Fortbildung sehr kurzweilig und effektiv. Vielen Dank an die Organisation Frauen unternehmen was“!

 

„Einen großen Vorsprung im Leben hat,
wer da schon handelt, wo andere noch reden“

John F. Kennedy

Neuorientierung

Während meiner mehrmonatigen Auszeit habe ich mich intensiv damit auseinandergesetzt, wie, wo und mit wem ich zukünfig arbeiten möchte. Es wurde immer klarer, dass es mich, nach meinen Erfahrungen bei Geburtsbegleitungen im Krankenhaus, nun in die außerklinische Geburtshilfe zieht. Ich habe das Glück dass mir die erfahrene Hausgeburtshebamme Elisabeth Kickinger zur Seite steht und mich hospitieren lässt. So fühle ich mich gut vorbereitet und freue mich ab Mitte 2018 nun selbst Hausgeburten zu begleiten!

 

„Der Ozean kennt keine völlige Ruhe –
das gilt auch für den Ozean des Lebens.“

Mahatma Gandhi


foto: https://www.moganji.com/f-r-e-e?lightbox=dataItem-jcvroy00

 

Urlaub 2017

Nachdem ich meine Hebammenpraxis in Deutschland schließe, nehme ich mir im Anschluss eine Auszeit. Ich bin ab voraussichtlich Mitte September 2017 wieder per Telefon und e-mail für Betreuungsanfragen erreichbar.

Roses Revolution Day – am 25. November

Täglich widerfährt Frauen unter der Geburt psychische und körperliche Gewalt. Am 25. November, Roses Revolution Day, sind Frauen aufgerufen, diese Gewalt anzuklagen.

Am 25. November, dem Tag gegen Gewalt in der Geburtshilfe, sind betroffene Frauen dazu aufgerufen, eine rosafarbene Rose vor die Tür zu legen, hinter der ihnen Gewalt angetan wurde. Dieses Jahr legen Frauen zum dritten Mal in Deutschland Rosen vor Kreißsaaltüren nieder – oft zusammen mit einem Bericht über die Gewalt, die ihnen widerfahren ist. Die Mütter fotografieren dies und posten die Bilder in den sozialen Netzwerken, wo sie organisiert sind und sich gegenseitig über die erlebten Gewalttaten austauschen.

Was bedeutet „Gewalt unter der Geburt“?
Da diese Verbrechen absolut tabuisiert sind, ist es für die meisten Menschen schwierig, sich vorzustellen, inwiefern eine Gebärende Opfer von Gewalt werden kann. Wir haben ein sehr positiv besetztes Bild von der Geburt eines Menschen. Es ist das Wunder des Lebens – doch für viele Frauen ist es auch das Trauma ihres Lebens. Dies gedanklich zusammen zu bringen ist nicht einfach.

Die Gewalt hat viele Facetten
Die Frauen sollten unterstützt und respektvoll sowie wertschätzend behandelt werden in einer so anstrengenden und auch schmerzhaften Phase ihres Lebens. Stattdessen werden oft ihre Rechte mit Füßen getreten. Gewalt unter der Geburt umfasst psychische als auch körperliche Übergriffe. Sie beginnt beim

  • nicht ernst nehmen,
  • auslachen,
  • beleidigen,
  • unter Druck setzen,
  • ignorieren,
  • allein lassen*
  • dem Missachten der Rechte der Gebärenden
  • und reicht bis hin zu
  • verweigerten Schmerzmitteln,
  • dem nicht genehmigten Verabreichen von Medikamenten,
  • unnötig vielen und brutalen vaginalen Untersuchungen,
  • unnötigen und nicht genehmigten Damm- und Kaiserschnitten
  • und weiteren Eingriffen in die Rechte und die Körper der Gebärenden.

Auch die Hebammen leiden unter der Gewalt
Dabei sind nicht nur die Gebärenden selbst von der Gewalt traumatisiert. In den sozialen Netzwerken äußern sich auch viele Hebammen und berichten, was sie selbst erleben und mitansehen mussten. Wie oft sie ihre Ausbildung bereits abbrechen wollten, weil sie die tägliche Gewalt nicht mehr ertrugen. Die (werdenden) Hebammen fühlen sich zum Teil als Mittäterinnen oder zur Mittäterschaft genötigt. Aber sie sind auch oft selbst traumatisierte Zeuginnen und somit Mitopfer. Als besonders belastend erleben sie die Tatsache, dass sie meist zusehen müssen und nicht helfen können – eine Form der Traumatisierung, die auch die Väter häufig betrifft.

Coalition for Improving Maternity Services fordert Standards für eine mütterfreundliche Geburtshilfe

  • die freie Wahl des Geburtsortes, der Gebärposition, des Geburtsablaufs,*
  • die Möglichkeit ohne wehenbeschleunigende oder wehenverzögernde Maßnahmen zu gebären,
  • eine individuelle und angemessene medizinische Behandlung,
  • das ausführliche Informieren der Gebärenden,
  • das Animieren der Gebärenden zu Bewegung und aufrechten Gebärhaltungen,
  • das Verzichten auf Routinemaßnahmen (wie z.B. Schamrasur, Einlauf, Ess- und Trinkverbote etc.) und
  • die Einschränkung von bestimmten Eingriffen (z.B. Geburtseinleitungen bei unter 10%, Dammschnittrate mit dem Ziel bei 5% zu liegen, Kaiserschnittrate von 10% oder darunter).

Wichtig ist jedoch auch, dass das Thema enttabuisiert wird. Das Abschaffen der Gewalt unter der Geburt wird nur möglich, wenn die Öffentlichkeit darüber informiert ist.

* Anmerkung: hier lässt das System leider der betreuuenden Hebamme oft keine Wahl. Es müssen häufig mehrere Frauen gleichzeitig betreut werden. Für Hebammen ist das ebenfalls keine zufriedenstellende Arbeitssituation. Weshalb ich vorschlage, auch beim „System“ -> Krankenkassen, Versicherungsanbieter usw. rosa Rosen und Briefe zu hinterlegen.

Gerechte Geburt – Roses Revolution

Gewalt in der Geburtshilfe